24. Januar 2023

Essbare Wildkräuter im Winter: Diese Wildpflanzen findest du auch in der kalten Jahreszeit

 Kristin Brandt

In den Wintermonaten kannst du deine Wildkräuter- und auch Kräuterlust getrost weiterhin ausleben. Denn solange wir keinen richtigen Frost und eine dicke Schneedecke bekommen, bleibt uns ein wenig Grün erhalten. Nicht so üppig wie im Sommer, aber doch eine ganze Menge. 

Einige dieser hartgesottenen Pflanzen wachsen sogar bei Minusgraden fleißig weiter. Das unauffällige Gänseblümchen bspw. blüht in manchen Jahren mit der winterblühenden Christrose um die Wette. Gleichzeitig ist es auch ein kleiner Wetterprophet: Wenn die Blüten geöffnet sind, bleibt das Wetter nett. Aber es grünt noch mehr im Winter.

Welche Wildpflanzen kann man im Winter ernten?

Neben einigen kultivierten Kräutern gibt es in der Natur auch Wildpflanzen, die in der kalten Jahreszeit zu finden sind.

Auf dem Feld und im Gemüsegarten breiten sich reichlich Taubnesseln und Vogelmiere als ungeliebte Unkrautkultur aus. Dazu gesellen sich noch Hirtentäschel, Gundermann, Spitzwegerich oder auch Löwenzahn. Die wachsen allerdings viel lieber und ungestört auf der Wiese. 

In milden Wintern kannst du zudem auch Sauerampfer, Wiesenampfer, Labkraut und erste Brennnesselspitzen auf der Wiese finden. 

Wildwachsende Wurzeln als Wintergemüse

Giersch

Wer genau weiß, wo im Sommerhalbjahr Giersch wächst, gräbt im Winter einfach die knackigen Wurzeln dieses Superfoods aus. Die jungen, zarten Wurzeln vom Giersch schmecken das ganze Jahr über lecker. 

Löwenzahn

Auch die Wurzeln des Löwenzahns sind im Winter eine Delikatesse. Wer auf einer Wiese ernten kann, der gräbt vorsichtig mit der Grabegabel die Wurzeln aus (alternativ geht auch ein stabiles Messer).

Jetzt, im Winterhalbjahr, sind die Wurzeln besonders nahrhaft und voll mit guten und essenziellen Inhaltsstoffen. Die Wurzeln des Löwenzahns kannst du sehr gut als Gemüse verarbeiten oder deinen ersten eigenen Kaffee daraus produzieren. Dazu röstet man die Wurzeln sanft in der Pfanne. Vorher aber bitte nicht vergessen, die Wurzeln mit einer Bürste gut zu säubern, sonst knirscht es zwischen den Zähnen.

Disteln

Neben Löwenzahn und Giersch gibt es tatsächlich noch weiteres wildes Wurzelgemüse, das uns im Winter zur Verfügung steht. Dies wächst mehr oder weniger auf Wiesen und Weiden.

Disteln und Meerrettich beispielsweise sind hier zu finden. Die Wurzeln der Disteln kann man ebenso lecker wie Haferwurzel in der Pfanne zubereiten. Eine kleine Delikatesse.

Meerrettich

Die Wurzel des Meerrettichs hingegen ist eher als pikante Zutat zu verwenden, denn Meerrettich hat eine gewisse Schärfe. Deshalb wird er auch gern Ingwer des Nordens genannt. Einerseits der Schärfe, andererseits der guten Inhaltsstoffe wegen. Denn Meerrettich ist wirklich gut bei Erkältungen, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Nelkenwurz

Ein weiteres Highlight im Winter ist die Nelkenwurz. Von dieser unscheinbaren Pflanze kannst du das Grün und die Wurzeln im Winter ernten. Die Blätter der Nelkenwurz sind etwas herb, aber richtig gut im gemischten Wildkräutersalat. Die Wurzeln, gewaschen und geschnitten, kannst du auch für Tee, Punsch oder getrocknet als Gewürz einsetzen.

Nelkenwurz heißt diese Pflanze übrigens, weil die Wurzel geschmacklich an Gewürznelken erinnert. Und von der Wirkung her kannst du diese Pflanze (Wurzel) als natürliches Schmerzmittel testen. Es wirkt leicht betäubend. 

Knoblauchsrauke

Neben den bisher genannten gibt es noch weitere Wurzeln, die du nun ernten kannst. Die Knoblauchsrauke wächst ganz gemütlich auch im Winterhalbjahr weiter. Du kannst die ganze Pflanze mit Wurzel ernten und im Salat oder im Smoothie verarbeiten. Auch in der Gemüsepfanne macht sich diese Pflanze richtig gut. Der erfrischende Knoblauchgeschmack ist im Winter weit besser ausgeprägt als in der warmen Jahreszeit.

Nachtkerze

Die im Sommerhalbjahr üppig blühende Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze, die mit einer ganz schmackhaften Rosette und leckeren Wurzeln überwintert. Du kannst wie bei der Knoblauchsrauke die ganze Pflanze ernten und in der Wildkräuterküche verarbeiten. Die Wurzel erinnert im Geschmack an Hafer- oder auch Schwarzwurzel. Leicht gedünstet bereichert sie deine grün betonte Küche.

Was kann man im Winter im Wald sammeln?

Auch im Wald gibt es einige Pflanzen in dieser Jahreszeit zu entdecken. Die vielen Brombeerarten tragen immer noch grüne Blätter. Vorsichtig geerntet (pieksig), kannst du diese gut im Smoothie verarbeiten. 

Die zarten Blätter des Sauerklees sind in geschützten Waldbereichen zu finden, ebenso die Waldmiere, die der Vogelmiere sehr ähnlich sieht. Zarte Löwenzahnblätter und Knoblauchsrauke wachsen geduldig am Waldrand weiter. 

Und in milden Regionen gibt es ganz bald (ab Februar) die ersten Blattspitzen des lang ersehnten Bärlauchs. Er verkündet frohlockend das Ende der Winterzeit. Mit seinem lauchig frischen Aroma und seiner geballten Kraft an Inhaltsstoffen schenkt er uns in dieser Zeit die notwendige Energie.

Blätter von Bäumen

Was der Wald auch immer zu bieten hat, sind die vielen verschiedenen Bäume und deren Blätter bzw. Nadeln. Im Winter gibt es neben Kiefernnadeln auch Fichten- und Tannennadeln, die du für einen leckeren Tee erntest. Ebenso kannst du sie für einen ganz besonderen Geschmack im Smoothie verwenden. 

Auch sind diese Nadeln für ein entspanntes Bad sehr gut geeignet. Dazu kochst du sie kurz im Wasserbad auf und gibst diesen Auszug anschließend in dein Badewasser. Eine gute Möglichkeit, dein Basenbad zu verfeinern.

Darf man Wildkräuter im Winter essen?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob Wildkräuter im Winter überhaupt gegessen werden sollten oder ob es sogar schlecht sein könnte. Wildkräuter sind wertvolle Pflanzen, die uns für unsere tägliche Versorgung zur Verfügung stehen. Sie enthalten alle wichtigen Nährstoffe, essenzielle Spurenelemente, notwendige Bitterstoffe, eine Menge Ballaststoffe und sind das beste Superfood, was du dir jederzeit leisten kannst. Dazu gibt es sie kostenlos.

Der Winter hält eine weitaus geringere, aber dennoch ausreichende Menge an Wildkräutern bereit, die im jungen Zustand stets essbar sind. Ältere Blätter sind hingegen eher im Smoothie oder in Pesto und Gewürzzubereitungen zu verarbeiten. 

Rezept mit Wildkräutern im Winter

Meerrettich-Apfelkraut-Salat

  • grüner Salat 
  • Wildkräuter (Vogelmiere, Gundermann, Spitzwegerich, Wurzeln vom Giersch, Taubnesseln u. a.)
  • 1 Apfel, geschnippelt oder gehobelt
  • frischer Zitronensaft und etwas Abrieb von der Zitrone
  • 1 Stück Meerrettich gehobelt oder klein gehackt
  • Nüsse, Gewürze und Öl nach Geschmack

Quellenverzeichnis
Cover: Madeleine_Steinbach via canva.com


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