Beifuß räuchern: Wirkung & Anwendung des Räucherwerks

Beifuß ist eine der mächtigsten und ältesten Ritualpflanzen der Menschheitsgeschichte. Nicht nur in Mitteleuropa wird und wurde Artemisia vulgaris verwendet. Überall auf der Welt, wo Artemisia-Arten wachsen, werden sie als vielseitiges Heilkraut geschätzt.

Beifuß räuchern galt rituell als Schutz vor allem Bösen und sollte Gefahren vertreiben. Das Kraut war von jeher Bestandteil von Jahreskreisfesten wie z.B. den Rauhnächten oder Sommersonnenwendfeiern. 

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Auch heute ist das Räuchern von Heilkräutern unter Pflanzenkennern sehr beliebt. Die heilende Wirkung sowie die mit dem Räuchern verbundene Erdung und Reinigung macht das Räuchern zu einem meditativen Erlebnis.

In diesem Artikel erklären wir dir, wie du Beifuß räuchern kannst und was du dabei beachten solltest. 

Beifuß räuchern: Wirkung von Artemisia vulgaris

Beifuß ist eine der wichtigsten Basis-Räucherpflanzen. Seine Verwendung geht historisch sehr weit bis in die Altsteinzeit zurück. Die Kelten und Germanen nutzten das Räuchern des Korbblütlers als rituellen Schutz.

So beschützt der Beifuß vor Geistern, Krankheiten sowie schlechten Stimmungen und Energien. Später wurden mit dem Beifuß Gegenstände und heilige Räume geweiht.

Zudem ist das Zauberkraut bekannt für positive Wirkungen bei allen Übergangsritualen. Es hilft bei Geburten und stärkt das Weibliche. Der Rauch fördert die Intuition und hat eine leicht psychoaktive Wirkung. So kann das Räuchern von Beifuß das Traumerleben aktivieren. Das Heilkraut unterstützt zudem beim Trauern und begleitet die Sterbenden ins Jenseits.

»Artemisia vulgaris, der Beifuß, ist eine unserer mächtigsten, heimischen Räucherpflanzen, auch ›Mutter der Heilpflanzen‹ genannt.« 

Birgit Straka, Heilpflanzenkunde, Kraftvolle Wildkräuter zu jeder Zeit

Beifuß-Wirkung spirituell

Die Schamanen wissen um die Zauberkräfte der Artemisia vulgaris und nutzen die Riechstoffe als Reisemittel in andere Dimensionen, zu ihren Geistern, Göttern und Krafttieren.

Du kannst durch das Räuchern dein Traumerleben fördern. Der Rauch des Beifuß hat auch spirituell gesehen eine desinfizierende Wirkung. Du kannst es beispielsweise überall dort einsetzen, wo sich schlechte Energie festgesetzt hat und Klärung notwendig ist. Der Rauch wirkt dann klärend, heilend und befreiend.

Atmosphärische Spannungen und energetische Strahlung werden mithilfe des Räucherwerks abgemildert. Er löst emotionale Spannung, beruhigt erhitzte Gemüter und gereizte Nerven.

Beifuß-Wirkung nach TCM

Um die Lebensenergie (das Qi) wieder in den Fluss zu bringen, um zu wärmen und zu stärken, wird Beifuß in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. 

Die Blätter werden zu kleinen Kegeln gerollt und glimmend über Energiepunkte gehalten. Das Moxakraut erwärmt die Meridiane und bringt das Qi in den Fluss. Der Beifuß-Rauch wirkt entspannend und wärmend. Somit lösen sich Verspannungen, körperlicher und seelischer Art.

Wirkung beim Beifuß-Räuchern: Zusammenfassung

Folgende Wirkungen entfaltet Beifuß beim Räuchern: 

  • schützend, reinigend, heilend, vitalisierend, segnend, erwärmend
  • Stärkt das Weibliche
  • für Übergangsrituale
  • hilft beim Loslassen und Trauern
  • erleichtert einen Neubeginn
  • erwärmt das Herz
  • fördert die Intuition und das Traumerleben

Beifuß räuchern: Anleitung

Schritt 1: Ernte

Die beste Erntezeit ist zur Sommersonnenwende Mitte bis Ende Juni. Zu dieser Zeit hat dieses Zauberkraut die meiste Wirkung. Du erntest die oberen Triebspitzen kurz bevor das Kraut blüht. Die Blätter vom Beifuß kannst du bis in den November hinein sammeln. Wie du den Beifuss sicher erkennst, lernst du in dem Beitrag "Beifuß: Verwechslung mit diesen 3 Wildpflanzen möglich!"

Schritt 2: Trocknung

Die geernteten Blütenstände bindest du in Büscheln zusammen und hängst sie kopfüber an einem trockenen, luftigen Ort. Wenn sie rascheltrocken sind, rebelst du die Blätter und Blüten ab. Lagere sie kühl und trocken in einem Schraubglas.

Schritt 3: Verarbeitung

Zum Räuchern verwendest du das Kraut pur oder als Kräutermischung. Beispielsweise kannst du Beifuß zusammen mit Wacholder, Salbei oder Johanniskraut mischen. Dazu wählst du deine Kräuter aus und zerstößt diese leicht in einem Mörser.

Schritt 4: Das Räuchern 

Es gibt zwei gängige Methoden, Kräuter zu räuchern. Am einfachsten ist die Räucherung auf einem Stövchen mit Siebeinsatz. Mit wenigen Handgriffen kannst du so ein Räucherstövchen selber bauen. Das Sieb auf dem Stövchen wird mithilfe eines Teelichts erwärmt. Gib ein wenig Beifuss klein gerebelt auf das Sieb. Es entsteht ein leichtes Glimmen und Rauch steigt auf. Mit einer Feder kannst du den Rauch in verschiedene Richtungen fächern. Anschließend schiebst du das verglühte Kraut an den Rand und kannst mit neuem Kraut weiter räuchern. 

Die Verwendung von Räucherkohle ist ein klein wenig aufwendiger, aber intensiver. Zum Räuchern mit Kohle benötigst du eine feuerfeste Schale, Sand sowie Räucherkohle. Zünde die Räucherkohle an und lass sie komplett durchglühen. Die Räucherkohle legst du mit einer Zange auf den Sand. Das Räucherkraut gibst du in kleinen Mengen auf die glühende Kohle. Nutze eine Feder, um den Rauch in bestimmte Richtungen zu leiten. Die Kohle löschst du, indem du sie komplett mit Sand bedeckst. Sie sollte mindestens 2 Tage auskühlen, ehe sie entsorgt wird.

Nach dem Räuchern solltest du deine Räume gut lüften. Das ist wichtig, damit die gelösten negativen Energien gehen können.

Räucherbündel binden und räuchern

Sehr beliebt ist auch das Binden von Räucherbündeln. Du bindest entweder nur den mächtigen Beifuß oder nimmst weitere Lieblingskräuter dazu, z.B. Rosmarin oder Salbei (erfahre hier, wie du Rosmarin räuchern kannst).

Lass das Räucherwerk vor dem Binden anwelken. Frisches Kraut würde schimmeln, trockenes bricht dir beim Binden auseinander. Du verwendest Hanf-, Baumwoll-, Leinfäden oder Naturbast und bindest die Büschel mit 3 bis 6 cm Durchmesser straff zusammen.

Zum Räuchern zündest du das Räucherbündel an einem Ende an. Lass es kurz brennen und puste das Feuer vorsichtig aus, sodass es nur noch glimmt. Durch Fächeln oder Schwingen bleibt die Glut erhalten. 

Das Räucherbündel wird hauptsächlich draußen verwendet, beispielsweise um Personen abzuräuchern. Du kannst damit aber auch durch ein Haus, Räume oder Ställe gehen, um diese ausräuchern. Hinterher werden die Räume gelüftet.

Auch interessant: "Artemesia annua: Anwendung von einjährigem Beifuß"

Duft von Räucherwerk aus Beifuß beim Verräuchern

Beim Räuchern von Beifuß entsteht ein klarer, bitter-süßer, schwerer Duft. Beifuß kann gut mit weiteren Kräutern oder Harzen kombiniert werden. Es eignen sich beispielsweise Wacholderbeeren, Salbei, Johanniskraut oder Fichtenharz.

Häufig gestellte Fragen zum Räuchern mit Beifuß 

Wann Beifuß zum Räuchern ernten? 

Beifuß wird traditionell kurz vor dem Erblühen zur Sommersonnenwende geerntet. Die Blätter können bis in den November hinein gesammelt und zum Trocknen aufgehängt werden.

Was bewirkt Beifuß beim Räuchern?

Beifuß ist vor allem ein Schutzkraut. Er wird zum Schutz vor allem Bösen verräuchert. Für alle Übergangsrituale ist Beifuß geeignet, beispielsweise um den Weg ins Leben, bei der Geburt oder Krankheilung bzw. den Übergang ins Jenseits zu erleichtern.

Das Zauberkraut vermag es, Entscheidungen zu vereinfachen und Energien wieder in den Fluss zu bringen. 

Was bewirkt Beifuß im Körper?

Der Rauch stärkt alles Weibliche und hilft bei Geburten, Menstruationsproblemen oder Förderung der Empfängnis. 

Er erwärmt und löst An- und Verspannungen. Trauer, emotionale Spannungen und gereizte Gemüter vermag der Beifuß zu beruhigen.

Kann man Beifuß rauchen?

Beifuß kann neben dem Räuchern auch als Tee getrunken werden.

Das Rauchen des Krautes hat vor allem Tradition bei Schamanen. Der Rauch hat eine starke Wirkung und hilft ihnen, in andere Welten oder Dimensionen zu reisen bzw. hellsehen zu können. Ein klassisches Kraut zum Rauchen ist der Beifuss nicht. Beifuß räuchern ist sehr viel populärer. 

Quellenverzeichnis
Cover: HeikeRau via Depositphotos.com


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  • Beifuß als Räucherwerk wirkt nach dem Inhalieren sehr angenehm beruhigend und Schmerzstillend, ist aber nicht zu vergleichen mit Psychopharmaka und macht dementsprechend nicht süchtig. Es verbessert das Denkvermögen und die Konzentration, nach maßvollem inhalieren. Die frischen Blätter ergeben als Tee zubereitet einen fast neutralen Durststiller und beruhigt auch, so meine bisherigen Erfahrungen. Man sollte sich am besten vorsichtig herantasten und die Wirkung abwarten, um einzig und alleine eine wohltuende Wirkung zu erlangen. Ich war dann doch bass erstaunt über die sehr angenehme Wirkung des einjährigen Beifuß.

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