4. April 2024

Ist Scharbockskraut essbar oder giftig? Alle Infos & Verwendung

Das Scharbockskraut ist eine der ersten Pflanzen, die im zeitigen Frühling in ganz Europa zu finden sind. Sie ist bekannt für ihre leuchtend gelben Blüten und ihr saftiges Grün. Aber ist das Scharbockskraut essbar? Der folgende Beitrag erklärt dir, wann und was du vom Scharbockskraut sammeln und verwenden kannst.

Ist das Scharbockskraut essbar?

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) enthält viel Vitamin C, Chlorophyll und andere Nährstoffe, die für den Körper im zeitigen Frühjahr gesund sind. Früher wurde das Kraut sogar als Heilmittel gegen Skorbut, den „Scharbock“ eingesetzt. Heute kannst du es in kleinen Mengen in Salaten, Suppen und anderen Gerichten verwenden. Du musst jedoch beachten, dass die Pflanze auch giftige Substanzen enthält. Daher solltest du das Scharbockskraut nur in Maßen und unbedingt vor der Blütezeit essen.


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Verwechslungsgefahr vermeiden!

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Erste Anzeichen: Ab wann ist das Scharbockskraut giftig?

Im Frühling freuen wir uns über die ersten frischen, grünen Blätter. Auch laden die leuchtend gelben Blüten des Scharbockskrautes zum Sammeln ein. Doch Vorsicht: Ein Indikator für die Giftigkeit ist die Blüte! Sobald das Scharbockskraut anfängt zu blühen, steigt der Gehalt an giftigen Inhaltsstoffen. Aus diesem Grund solltest du nur junge Blätter vor der Blüte sammeln und verzehren.

Beim Verzehr nach der Blütezeit kann das Scharbockskraut gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen kann es zu Atemnot und Kreislaufproblemen kommen.

scharbockskraut essbare blüte

Scharbockskraut identifizieren: Sammelzeit und Bestimmung von Ficaria verna

Um sicher mit dem Scharbockskraut umzugehen, solltest du einige Fakten beachten. Dazu zählen das Erkennen des Scharbockskrautes vor der Blüte sowie das richtige Verarbeiten und Zubereiten.

Die optimale Sammelzeit ist im späten Winter oder frühen Frühling, bevor die Pflanze anfängt zu blühen. Die Blätter sollten jung und zart sein. Die Feigwurz, wie sie früher auch genannt wurde, wächst in feuchten Laubwäldern, Wiesen und am Rande von Bächen und Flüssen. Das Kraut bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden und kann in der Nähe von Bäumen und Sträuchern wachsen.

Scharbockskraut Blätter vor der Blüte erkennen

Die Staude treibt ab Februar ca. 10 cm hoch als Bodendecker aus. Die einzelnen, lang gestielten Blätter sind herzförmig, glatt, glänzend, hellgrün und haben eine fleischige Konsistenz. Ab März erscheinen die ersten gelben Blüten mit 8-11 Blütenblättern und 3 Kelchblättern auf der Unterseite der Blüte. Im Mai verliert das Scharbockskraut nach und nach seine Blätter. Die Pflanze überdauert dann mit ihren Wurzelknöllchen im Boden.

Aussehen und Umgang der Knöllchen

Die Knöllchen vom Scharbockskraut sind klein und braun. Sie erinnern an kleine Kartoffeln und hießen früher umgangssprachlich Feigen. Sie sind nicht essbar und sollten gemieden werden. Die stärkehaltigen Wurzelknöllchen enthalten das Toxin Protoanemonin, welches in allen Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) vorkommt.

Das Scharbockskraut vermehrt sich vegetativ durch Brutknospen und die Neuanlage von Wurzelknöllchen. Ab April reifen in den Blattachseln der unteren Blätter Brutknöllchen heran, die wie helle rundliche Zwiebelchen aussehen. Diese „Himmelsgerste“ wurde früher gesammelt, getrocknet und zu Mehl vermahlen. Sie enthalten ebenso wie die Wurzelknollen das giftige Protoanemonin, weshalb heute vom Gebrauch abgeraten wird.

Verwechslungsgefahr

Scharbockskraut kann mit anderen Pflanzen verwechselt werden, insbesondere mit anderen Hahnenfußgewächsen, die alle giftig sind. Besonders der kriechende Hahnenfuß wächst oft in der Nähe des Scharbockskrautes.

Weitere giftige Verwechslungsgefahren mit anderen Pflanzen gibt es mit der Haselwurz. Die Blätter der Haselwurz sind allerdings wesentlich härter und dicker. Du kannst beide Pflanzen durch den Stängel unterscheiden. Der Blattstängel der Haselwurz ist behaart, der Stängel des Scharbockskrautes nicht. 

Eine weitere ähnlich aussehende Pflanze ist die Sumpfdotterblume. Sie wächst allerdings höher (15-60 cm). Die Stängel stehen aufrecht, sind kahl und hohl sowie verzweigt. An ihnen wachsen mehrere Blüten, die größer sind und nur 5 statt 8 Blütenblätter besitzen. Während das Scharbockskraut als Teppich am Boden wächst, steht die Sumpfdotterblume meist als Einzelpflanze.

Grün&Gesund-Praxistipp

Erfahre hier noch mehr über Verwechslungsgefahren bei Ackerschachtelhalm und Verwechslungsgefahren bei Knoblauchsrauke.  

In unserem Beitrag „Wildkräuter: 8 Gründe, warum Wildkräuter sammeln gut ist“ erfährst du, warum es sich für dich und deine Gesundheit lohnt, Wildpflanzen zu sammeln und sich damit zu versorgen. 

sumpfdotterblume verwechlungsgefahr scharbockskraut

Scharbockskraut: Rezepte und Verwendung

Die Blätter vom Scharbockskraut können vorzugsweise roh oder gekocht gegessen werden. Sie haben einen zitronig, würzig, leicht pfeffrigen Geschmack. Du kannst die Blättchen in Salaten, Wildkräuter-Smoothies, Pestos, Soßen, selbst gemachter Kräuterquark und selbst gemachte Kräutersoßen integrieren. Wichtig ist, dass du die grünen Blätter vor der Blütezeit sammelst. Zudem sollte jeder Erwachsener nicht mehr als eine Handvoll pro Tag zu sich nehmen. 

Leckeres Scharbockskraut Pesto

Das Scharbockskraut kannst du zusammen mit anderen Wildkräutern zu einem Frühlings-Pesto verarbeiten. Dazu brauchst du:

  • 50 g Scharbockskraut, junge Löwenzahnblätter, Gänseblümchen
  • 50 g geröstete Pinienkerne
  • 50 g geriebener Parmesan
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Gib alle Zutaten in einen Mixer und verarbeite sie zu einer glatten Paste. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Frühlingshafter Scharbockskraut Salat mit Wildkräutern

Ein frischer Salat mit Wildkräutern ist eine gesunde und leckere Mahlzeit. Hier ist ein einfaches Rezept:

  • 1 Handvoll Scharbockskraut
  • 1 Handvoll junge Löwenzahnblätter und/oder Giersch
  • Blätter und Blüten vom Gänseblümchen
  • 100 g Feldsalat
  • 100 g Rucola oder Endiviensalat
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Wasche die Kräuter und Blattsalate gründlich und schneide sie in kleine Stücke. Gib alles in eine Schüssel und mische es gut durch. Für das Dressing einfach Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer vermischen und über den Salat geben.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Ist Scharbockskraut essbar oder giftig?“

Wie gesund ist Scharbockskraut?

Das Wildkraut enthält viele Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Eisen und Kalium. Es wurde früher zur Behandlung der Vitamin-C-Mangelerkrankung „Skorbut“ eingesetzt. Auch heute unterstützt das Frühlings-Scharbockskraut bei Frühjahrsmüdigkeit und Detox-Kuren. Es liefert als eine der ersten Wildpflanzen des Jahres wertvolles Chlorophyll.

Kann man die Blüten vom Scharbockskraut essen?

Die Blüten des Scharbockskrautes sind ein sicheres Zeichen, dass die Pflanze nicht mehr essbar ist. Demzufolge solltest du auch die Blüten den zahlreichen Insekten überlassen, denn sie enthalten wertvollen Pollen und Nektar. 

Was kann man aus Scharbockskraut machen?

Scharbockskraut kann auf verschiedene Arten verwendet werden. Die jungen Blätter können vor der Blüte roh oder gekocht gegessen werden. Du verwendest es als Würzkraut. So kann das Scharbockskraut Wildkräutersalate, Quark, Dips und Soßen verfeinern. Auch leckere Pestos lassen sich mit diesem Wildkraut anreichern.

Sind die Knöllchen vom Scharbockskraut essbar?

Nein, die Knöllchen vom Scharbockskraut sind nicht essbar. Sie enthalten giftige Substanzen u.a. das in allen Hahnenfußgewächsen vorkommende Protoanemonin. Früher nutzte man den Saft der Wurzelknöllchen gegen Feigwarzen und Hämorrhoiden. 

Welche Pflanzen könnten mit Scharbockskraut verwechselt werden?

Scharbockskraut kann leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden, insbesondere mit dem giftigen kriechenden Hahnenfuß. Weitere verwechselbare giftige Pflanzen wären die Haselwurz und die Sumpfdotterblume. Es ist wichtig, das Scharbockskraut von anderen Pflanzen zu unterscheiden, um eine Vergiftung zu vermeiden. Achte daher immer auf die Blätter, Blüten und Knöllchen, um sicherzustellen, dass du das richtige Kraut sammelst. 

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