28. Juni 2023

Verwechslungsgefahr bei Pflanzen: Essbar vs. giftig unterscheiden

Die Gefahr giftiger Wildpflanzen schreckt so manchen vom Wildkräutersammeln ab. Dabei ist ein Großteil der Pflanzen in unseren Breitengraden ungiftig und in vielen Fällen sogar sehr gesund.

Zudem signalisieren viele Giftpflanzen ihre Ungenießbarkeit in vielen Fällen zum Beispiel durch Aussehen, Farbe, Geschmack oder Geruch.  

Trotzdem solltest du natürlich in jedem Fall aufpassen, was du in dein Sammelkörbchen packst! Doch mit grundlegendem Wissen und Vorsicht beim Sammeln kannst du Gefahren durch giftige Wildpflanzen stark reduzieren

Dein gratis E-Book: 

Verwechslungsgefahr vermeiden!

Diese 10 Wildkräuter kannst Du unbesorgt sammeln

Datenschutz und Privatsphäre sind uns sehr wichtig! Wir geben Deine Daten niemals and Dritte weiter. Bitte lies vor dem Absenden diese wichtigen Informationen zum Datenschutz. Mit dem Absenden des Formulars bestätigst Du, dass Grün&Gesund Dich per E-Mail über Infos rund um Gesundheitsthemen informieren darf.

Genau deshalb möchten wir dich in diesem Artikel über die Verwechslungsgefahr bei Pflanzen informieren und dir wertvolle Tipps zur Unterscheidung geben. So kannst du die Vorteile dieser wunderbaren Pflanzen nutzen, ohne Angst vor einer Vergiftung haben zu müssen. 

Die Gefahr der Verwechslung bei Pflanzen verstehen

Wildpflanzen sind eine reiche Quelle von Nährstoffen und können in der Küche oder zur Herstellung von Kosmetikprodukten verwendet werden.

Doch leider gibt es Pflanzen, die mit essbaren Sorten verwechselt werden können, und die Folgen können verheerend sein. Ein Beispiel hierfür ist die Verwechslungsgefahr zwischen Bärlauch und Maiglöckchen. Beide haben ähnliche Blätter und wachsen oft in derselben Umgebung. Doch während Bärlauch ein köstliches und gesundes Kraut ist, ist Maiglöckchen hochgiftig.

  • Grün&Gesund Infobox

Wichtigste Grundsätze beim Wildkräutersammeln

  1. Sammle grundsätzlich nur Pflanzen, die du mit 100%-iger Sicherheit bestimmen kannst!

  2. Teste den Geschmack und Geruch der Pflanze, bevor du sie verzehrst. Pflanzen signalisieren ihre Giftigkeit oftmals durch Aussehen, Geruch und Geschmack. Höre hier auf deinen Körper!

Klicke hier für unseren ausführlichen Guide zum Wildpflanzen bestimmen

Die 5 häufigsten Verwechslungsgefahren von essbaren Pflanzen mit giftigen Doppelgängern

Wir möchten dir nun 5 essbare Pflanzen vorstellen, bei denen die Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen besonders hoch ist. 

#1 Verwechslungsgefahr von Bärlauch mit Maiglöckchen

Die Unterschiede zwischen Bärlauch und Maiglöckchen zu kennen, kann dein Leben retten. Denn Maiglöckchen sind hochgiftig. Wenn die Pflanzen nicht blühen, ist die Verwechslungsgefahr umso höher, da sich vor allem die Blätter sehr ähnlich sind. 

So kannst du Maiglöckchen und Bärlauch unterscheiden 

Bärlauch hat einen starken Knoblauchgeruch, während Maiglöckchen keinen Duft aufweist. Indem du mit den Fingern an den Blättern reibst, kannst du den Duft besonders gut prüfen.

Zudem hat Bärlauch Blätter mit einer länglichen Form, während Maiglöckchen eher kürzere herzförmige Blätter hat. Einen ausführlicheren Artikel zur Verwechslungsgefahr von Bärlauch findest du hier. 

Tipp: Auch Spitzwegerich weist lanzettförmige Blätter auf. Erfahre hier mehr über die Verwechslungsgefahr von Spitzwegerich

Bärlauch Maiglöckchen Herbstzeitlose Verwechslungsgefahr

#2 Verwechslungsgefahr von Wiesenkerbel mit geflecktem Schierling

Ein weiteres Beispiel für Verwechslungsgefahr bei Wildpflanzen sind der Wiesenkerbel und der Schierling. Wiesenkerbel ist essbar, von ungeübten Augen jedoch kaum vom hochgiftigen Schierling zu unterscheiden. Es gibt jedoch 2 Tricks, die die Unterscheidung beim genauen Hinsehen recht einfach machen: 

So kannst du Wiesenkerbel und Schierling unterscheiden 

Die Blätter und Blüten beider Pflanzen sind sehr ähnlich, und deshalb kein sicherer Anhaltspunkt zur Unterscheidung. Einen besseren Ansatz bietet der Stängel: Der Stängel des Schierlings weist charakteristische, rotbraune Flecken auf (daher auch der Name "gefleckter Schierling"), der Wiesenkerbel nicht.

Auch der Duft ist ein markantes Erkennungsmerkmal: Wiesenkerbel riecht würzig, wenn man seine Blätter zwischen den Fingern verreibt. Schierling hingegen riecht streng nach Mäuseurin. 

#3 Verwechslungsgefahr von Holunder mit geflecktem Schierling

Auch beim Holunder ist Vorsicht ist geboten, denn er kann fast ebenso leicht mit dem gefleckten Schierling verwechselt werden. Dafür sind vor allem die doldenförmigen, weißen Blüten verantwortlich. Sie sind beim Holunder und beim Schierling sehr ähnlich. 

Doch zum Glück gibt es auch viele Merkmale zur Unterscheidung

So kannst du Holunder und gefleckten Schierling unterscheiden 

Weil die Blüten so ähnlich sind, wirfst du besser einen Blick auf die Blätter, um Holunder und Schierling zu unterscheiden: Holunder hat jeweils 5 gezackte Blätter, die in einen Blattsteil laufen, während der gefleckte Schierling sehr fein gefiederte Blätter aufweist. 

Zudem wächst Holunder zu einem großen Busch heran, während Schierling eine Wiesenpflanze ist. Bei jungen, kleineren Holunderbüschen kann eine Verwechslung jedoch schnell passieren. 

#4 Verwechslungsgefahr von Sauerampfer mit Aronstab

Der saure, frische Geschmack des Sauerampfers ist vielen als kulinarische Delikatesse bekannt. Doch Vorsicht ist geboten, denn er kann leicht mit dem Aronstab verwechselt werden, der hochgiftig ist. Doch wie kannst du sie unterscheiden? 

So kannst du Sauerampfer und Aronstab unterscheiden 

Der Sauerampfer hat schmale, lanzettförmige Blätter mit einem intensiven grünen Farbton. Je älter die Pflanze ist, desto mehr färben sich die Blätter mit roten Flecken. Das liegt am steigenden Oxalsäure-Gehalt. Im Gegensatz dazu weist der Aronstab große, herzförmige Blätter auf. 

  • Grün&Gesund Praxistipp

 Wenn du Sauerampfer in der Küche verwenden willst, verwende jungen Sauerampfer, der noch keine Rotfärbung aufweist. Oxalsäure kann zu Bauchschmerzen führen. Jungen Sauerampfer erkennst du daran, dass die Blätter alle aus dem Boden in der Form einer charakteristischen Blattrosette herauswachsen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Blüte: Während Sauerampfer kleine, rote Rote Blüten ausbildet, bildet Aronstab gar keine Blüte, sondern einen Kolben. Auch der Standort kann einen Hinweis geben: Sauerampfer steht gern auf sonnigen, nähstoffreichen Wiesen. Aronstab hingegen bevorzugt Halbschatten und Gehölze. 

#5 Verwechslungsgefahr von Beinwell und Fingerhut

Eine weitere hochgiftige Pflanze ist der Fingerhut. Er gilt als eine der giftigsten Pflanzen überhaupt! Zum Glück ist er nicht besonders häufig in der Wildnis anzutreffen. Doch im Garten findet der Fingerhut wegen seiner eindrucksvollen Blüten oft einen Platz. 

Egal, ob du im Garten oder in der Natur Pflanzen sammeln gehst: Fingerhut und Beinwell solltest du unbedingt unterscheiden können! 

So kannst du Beinwell und Fingerhut unterscheiden 

Beinwell hat breite, behaarte Blätter, die leicht rau wirken und oft eine grüne oder leicht violette Farbe haben. Die Blütenstände des Beinwells sind in der Regel glockenförmig und haben eine pink-violette Farbe. Die Blütenfarbe und -form des Fingerhuts ist ähnlich, variieren jedoch von weiß über rosa bis hin zu violett. Die Blüten sind zudem deutlich größer. 

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Struktur der Pflanze. Beim Fingerhut stehen die Blüten an einem aufrechten Stängel. Beinwell hingegen ist buschig und die Blüten stehen in locker angeordneten Trauben.

Auch anhand der Blätter kannst du Beinwell und Fingerhut unterscheiden: Fingerhut hat gezähnte Blätter mit derber Beschaffenheit. Die Blätter vom Beinwell sind feiner und die Blattkante ist glatt. 

Tipp: Erfahre hier mehr zur Verwechslungsgefahr von Gundermann und seinen Doppelgängern. 

Weitere Verwechslungsgefahren bei Pflanzen

In unserem Magazin findest du weitere spannende Artikel zu Verwechslungsgefahren mit Pflanzen. Manche Pflanzen besitzen giftige Doppelgänger, andere sind essbar. Nichtsdestotrotz ist es frustrierend, die falsche Pflanze gesammelt zu haben - auch, wenn sie nicht gefährlich ist. 

Hier findest du weitere Artikel zu Verwechslungsgefahren bei Pflanzen: 

Verdacht auf Vergiftung? Das solltest du tun!

Wenn du Verdacht auf eine Vergiftung hast, solltest du sofort den Giftnotruf anrufen. Denke immer daran, dass dein Handeln in Notfällen entscheidend sein kann - auch, wenn du noch keine Symptome verspürst.

Typische Vergiftungserscheinungen können erst nach einigen Stunden auftreten. Doch je früher du handelst, desto schneller kann dir geholfen werden.

Wenn du bereits schwere Symptome feststellst, zögere nicht: Rufe sofort den Notarzt unter der 112 an oder lass dich von einer anderen Person umgehend in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses bringen, falls dies schneller möglich ist.

In der Zwischenzeit gibt es einige wichtige Maßnahmen, die du ergreifen kannst:

  1. Spucke alle verbleibenden Pflanzenteile sofort aus.
  2. Spüle deinen Mund gründlich aus.
  3. Bewahre Ruhe, um unnötigen Stress zu vermeiden.
  4. Trinke viel Wasser, um potenzielle Giftstoffe aus deinem Körper zu spülen.

Allerdings gibt es auch Dinge, die du vermeiden solltest:

  1. Versuche nicht, Erbrechen hervorzurufen oder Salzwasser zu trinken, um Erbrechen herbeizuführen.
  2. Verzichte auf das Trinken von Milch, da dies die Aufnahme von Giftstoffen in deinem Körper begünstigen könnte.

Zusätzlich ist es ratsam, den Standort der Pflanze zu markieren und andere Personen darüber zu informieren. So kannst du verhindern, dass jemand versehentlich diese giftigen Pflanzen konsumiert.

Bitte denke daran, dass diese Informationen lediglich als allgemeine Anleitung dienen und im Ernstfall immer die Ratschläge von medizinischem Fachpersonal befolgt werden sollten.

Häufig gestellte Fragen zu Pflanzen und ihren giftigen Doppelgängern

Welche Pflanzen darf man nicht anfassen?

Man sollte generell vorsichtig sein und bestimmte Pflanzen nicht anfassen, da sie giftig oder reizend sein können. Einige Beispiele sind die Brennnessel, der Oleander oder der Fingerhut. Es ist ratsam, sich vorher über die Eigenschaften einer Pflanze zu informieren, bevor man sie berührt.

Welche Giftpflanzen gibt es?

Es gibt verschiedene Giftpflanzen, die giftige Substanzen enthalten und gesundheitliche Probleme verursachen können.

Beispiele für Giftpflanzen sind der Eisenhut, der Stechapfel, der Oleander und der Fingerhut. Der Verzehr oder direkte Kontakt mit diesen Pflanzen kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Es ist wichtig, sich über die giftigen Eigenschaften solcher Pflanzen zu informieren und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um eine Vergiftung zu vermeiden.

Quellenverzeichnis
Cover: S847 via Canva.com


Sag uns Deine Meinung...

Du hast schon ein Grün&Gesund Konto? Hier einloggen...

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Diese Artikel könnten Dir auch gefallen:

>