30. Dezember 2022

Ein Paradies erschaffen – die 10 Vorteile der Permakultur

 Julia Reinert

Permakultur ist der Hoffnungsschimmer am Horizont. Die Welt ist im Wandel. Nicht nur der Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme wiegen schwer.

Wegschauen, leugnen oder sich klein und unbedeutend fühlen sind die falschen Wege. Im Kleinen beginnt Verantwortung. Jeder Einzelne kann etwas bewirken. Zusammen kann Veränderung geschehen. Veränderung, die dringend notwendig ist - für unsere Kinder und Enkelkinder weltweit.

Permakultur hat in erster Linie mit Verantwortung zu tun. Leben im Sinne der Permakultur heißt, Verantwortung für unseren Planeten und alle auf ihm wohnenden Geschöpfe zu übernehmen. Sich um Menschen und Lebewesen zu kümmern. Ressourcen und Überfluss zu teilen sowie das kollektive Miteinander zu nutzen.

So bedeutet Permakultur im Garten oder der Landwirtschaft, dass ein naturnaher Lebensraum geplant und umgesetzt wird, der jegliche Bedürfnisse befriedigt. Der Arbeitsaufwand soll dabei möglichst gering ausfallen.

Die Natur selbst ist der Lehrmeister. Durch das Beobachten natürlicher Kreisläufe, Analyse der Gegebenheiten und die anschließende Umsetzung können maximale Erträge erwirtschaftet werden. Gleichzeitig wird die Vielfalt und Biodiversität gefördert.

10 Vorteile der Permakultur

#1 Ressourcen schonen

In der Permakultur wird mit allen Ressourcen achtsam umgegangen. Vorhandene Rohstoffe werden sparsam genutzt.

Ob Holz, Wasser, Steine oder andere Materialien: Alle kommen mehrfach genutzt zum Einsatz. Natürliche Energiequellen sind den Fossilen vorzuziehen. Somit ist Permakultur sehr umweltschonend.

#2 Beziehungen fördern

Natürliche Kreisläufe werden in der Permakultur beobachtet und nachgebildet. So ist der ursprüngliche Wald beispielsweise ein Vorbild für einen geplanten Waldgarten.

Durch das Zusammenspiel natürlicher Abläufe und Beziehungen zwischen verschiedenen Pflanzen, Tieren und klimatischen Bedingungen wird der Ertrag gefördert.

Genauso wichtig sind die menschlichen Beziehungen. In der Permakultur konzentriert sich jeder auf das, was er besonders gut kann. In der Gemeinschaft findet ein Austausch der Kompetenzen statt, so dass der Arbeitsaufwand für jeden reduziert werden kann.

#3 Bedürfnisse aller werden befriedigt

In einem Permakultur Garten oder einer Permakultur Landwirtschaft geht es nicht nur um den Ertrag. Vielmehr geht es um das Wohl aller Beteiligten. Es wird ein Lebensraum geschaffen, in dem alle Lebewesen befriedigt leben können.

Das fängt bei der Kellerassel an, geht über den Regenwurm, die Kohlmeise, den Igel, das Mäuschen, die Wildbienen und den vielen Insekten bis hin zu den größeren Säugetieren und Menschen.

Aber auch Pflanzen können sich frei entfalten und bleiben bis nach der Samenbildung wichtiger Bestandteil des Ganzen.

#4 Arbeitsaufwand reduzieren

Unsere Zeit wird immer kostbarer. Mit Hilfe der Permakultur Prinzipien wird der Arbeitsaufwand reduziert. Das heißt nicht, dass die Natur sich vollkommen selbst überlassen wird.

In der Permakultur wird eine Struktur entworfen. Kurze Wege werden bevorzugt. Arbeitsmaterialien bleiben dort, wo sie gebraucht werden. Der Boden wird nicht tiefgründig bearbeitet, sondern oberflächlich gelockert und mit viel Kompost und Mulch aufgewertet. Das macht den Boden nicht nur fruchtbar, er muss auch weniger bewässert werden.

#5 Fruchtbare Böden

Die Permakultur lebt von geschlossenen Kreisläufen. Was dem Boden entnommen wird, erhält er in Form von Mulch und Kompost wieder. 

Durch diese ständige Bodenaufwertung entstehen fruchtbare Böden, die maximale Erträge auf kleiner Fläche erwirtschaften. Nebenbei bindet diese Art der Bodenbearbeitung jede Menge CO2.

#6 Vielfalt/Biodiversität steigern

Das naturnahe Gärtnern mit all seinen verschiedenen Facetten bringt eine große Vielfalt in Flora und Fauna mit sich. Dies fördert vor allem Nützlinge und widerstandsfähige Pflanzengemeinschaften. Es entstehen neue vielfältige Lebensräume, die dem Klimaschutz dienen.

#7 Überschüsse teilen

Zu den Permakultur Prinzipien gehört das Teilen. In diesem Sinne ist das Teilen von Erntegut gemeint. Ebenso wie das Teilen von Erfahrung.

Es werden auch Samen und Material getauscht und weitergegeben. Permakultur trägt damit zu einer sozial verträglichen Lebensweise bei.

#8 Unerwünschte Nebenerzeugnisse minimieren

Durch das Wiederverwenden vieler Gegenstände wird in der Permakultur Müll vermieden. Auch das Selbstherstellen vieler Hilfsmittel aus vorhandenen Materialien hilft.

Zudem wird alles verwertet, was wächst. In einer intakten Kreislaufwirtschaft muss nichts entsorgt werden.

#9 Teilweise Selbstversorgung

Eine Selbstversorgung mit natürlichen und gesunden Nahrungsmitteln ist mit einem Permakulturgarten möglich. Das begrenzt oder minimiert den Konsum und die Abhängigkeiten.

Ein eigener Permakultur Garten fördert die individuelle Freiheit und Kreativität. Die Selbstversorgung mit frischen Lebensmitteln hat gesundheitliche Vorteile. Nicht nur die selbst erzeugten Lebensmittel sind frisch geerntet um einiges vitalstoffreicher, auch die Arbeit in der Natur erdet und hält die Seele gesund.

#10 Wiederverbinden mit der Natur

Menschen in der westlichen Welt haben größtenteils den Bezug zur Natur und natürlichen Kreisläufen verloren. Um sich wieder mit der Natur und den Elementen zu verbinden, ist das Anlegen eines Permakultur Gartens und das Handeln im Sinne der Permakultur ein guter Weg.

Welche Nachteile hat Permakultur?

Es ist schwierig, schwerwiegende Nachteile der Permakultur zu finden. Nachteilig könnte die Permakultur von Menschen empfunden werden, denen es nicht schnell genug gehen kann. Denn ein Permakultur Projekt benötigt Zeit, Ausdauer und Geduld. Es ist nicht die Arbeitszeit gemeint, die erbracht wird.

Ein ausgiebig genutzter Gemüsegarten ist wesentlich arbeitsintensiver. Dennoch benötigt es von der Beobachtung bis zur Planung einiges an Zeit. Die Umsetzung ist dann der Grundstein für sehr viele Jahre, in denen die Arbeitszeit kontinuierlich weniger wird.

Daher braucht es Ausdauer und Geduld, bis das Projekt Früchte trägt. Dafür trägt es die Früchte nachhaltig und für eine sehr lange Zeit, ja für mehrere Generationen.

Durch die Entfremdung von der Natur fällt es vielen Menschen schwer, die Permakultur zu verstehen. Es braucht Achtsamkeit, viel Vorstellungskraft und Kreativität, um Permakultur Projekte umzusetzen.

Bei Mitmenschen kann Permakultur schnell zu Unverständnis oder zum Gespött führen. Hier hilft es, Aufklärung zu leisten.

Permakultur im eigenen Garten

Aus jedem Stückchen Land kann ein Permakultur Garten entstehen. Was du dazu brauchst, findet sich. Es sind keine größeren Investitionen nötig. Allein der Wille, ein funktionierendes Naturparadies zu schaffen, reicht aus.

Wichtig zu wissen ist, dass Permakultur Gärten für mehr als ein Menschenleben angelegt werden. Es geht darum, Zukunft zu gestalten. Zukunft, die auch unseren Kindern und Enkeln zugutekommen wird.

Im Beitrag „Permakultur im eigenen Garten“ liest du, wie Permakultur Stück für Stück deinen Garten verändert. Du erfährst etwas über die Einteilung des Gartens in bestimmte Zonen. Du lernst erste Permakultur Elemente wie Hügelbeete, Wildobsthecken, Waldgarten, Benjeshecken, Steinpyramiden, Kompost und Terra Preta kennen.

Zudem gibt es Einblicke in die Themen Mulchen und Beete anlegen sowie einen Gemüseanbauplan.

Quellenverzeichnis
Cover: Jekaterina Sahmanova via Canva.com


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