22. August 2023

Holunder: Verwechslung mit 2 giftigen Pflanzen vermeiden!

Ist eine Verwechslung bei Holunder überhaupt möglich? Immerhin kennt so gut wie jeder diesen sehr häufigen, einheimischen Strauch.

Allerdings gibt es zwei giftige Pflanzen, die dem Holunder ähneln. Wir klären hier, wie du beim Holunder Verwechslungen mit dem giftigen Zwerg-Holunder verhindern kannst und wie du die Blüten des giftigen Schierlings von Holunderblüten unterscheiden kannst.

Was ist schwarzer Holunder?

Früher sagte man: Jeder Hof braucht einen Holunder, denn der Strauch schützt vor bösen Geistern. In Kinderreimen kommt der „Hollerbusch“ vor.

Verwechslungsgefahr vermeiden!

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Und für viele Menschen gehören Holunderblütensirup, in Teig ausgebackene Holunderblüten, Holunderbeerengelee oder der aromatische Holunderbeerensaft zu den Rezepten, die sie jedes Jahr selber machen.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist aber nicht nur eine alte Obst- und Zierpflanze, sondern wurde auch als Heilpflanze genutzt. Blüten und Beeren werden beispielsweise traditionell gegen Erkältungen eingesetzt.

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Beachten solltest du allerdings: Die Beeren des Schwarzen Holunders sind roh ungenießbar und können Erbrechen, Übelkeit und Durchfall verursachen. Werden sie gekocht, wird der giftige Inhaltsstoff Sambunigrin zersetzt und die Beeren sind essbar.

Holunder mit schwarzen Blättern oder rosa Blüten – essbar oder nicht?

Heute gibt es sehr viele Zuchtformen des Holunders, die als Zierpflanzen in Gärten wachsen. Häufig sieht man inzwischen beispielsweise die dunkellaubigen Sorten 'Black Beauty' oder 'Black Lace', die beide rosa Blüten haben.

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Solange du sicher bist, dass es sich um eine Zuchtform des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) handelt, kannst du die Holunderbeeren und -blüten genauso ernten und verwerten, wie die der Wildform. Die rosa Blüten ergeben sogar einen besonders attraktiven, rosafarbenen Holunderblütensirup.

Sambucus Nigra Schwarze Spitze Holunder Verwechslung

#1 Schwarzen Holunder verwechseln mit giftigem Zwergholunder / Attich (Sambucus ebulus)

Der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) wird auch Attich oder „falscher Holunder“ genannt. Er stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird hierzulande aber als Zierpflanze angepflanzt.

Der Zwergholunder ähnelt einer Jungpflanze des Schwarzen Holunders.  Allerdings ist er in allen Pflanzenteilen giftig und hat zudem einen unangenehmen Geruch und Geschmack.

Der Attich lässt sich vom essbaren Holunder aber nicht nur durch seinen Geruch, sondern auch durch das Aussehen unterscheiden. 

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Der essbare Schwarze Holunder ist ein Großstrauch, dessen ältere Äste sich verzweigen und verholzen. Der Zwerg-Holunder (Attich) wächst staudenartig. Er hat unverzweigte, unverholzte, aufrechte Stängel und wird nur ca. 1,5 Meter hoch. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die Beeren stehen aufrecht, während sich reife Beeren beim schwarzen Holunder nach unten neigen. Aber auch, wenn sich die Pflanzen nicht wirklich zum verwechseln ähnlich sehen, ist Vorsicht beim Sammeln gefragt!

Im Winter sterben die überirdischen Pflanzenteile des Zwerg-Holunders ab. Im Frühjahr treibt er dann wieder neu aus.

#2 Holunder und giftigen Schierling verwechseln

Der stark giftige, gefleckte Schierling (Conium maculatum) hat große, weiße Doldenblüten, die den Schirmrispen-Blüten des Holunders ähneln.

s soll schon vorgekommen sein, dass Schierling direkt neben einem Holunderstrauch gewachsen ist und deshalb Blüten versehentlich mit gepflückt wurden.

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Schierling ist kein Großstrauch, sondern ein bis zu zwei Meter hohes Kraut aus der Familie der Doldengewächse. Er hat feiner gefiederte Blätter als der Holunder und besitzt einen unangenehmen Geruch nach Mäuseurin.

Hinweis: Gefleckter Schierling kann auch mit Schafgarbe verwechselt werden! Lerne hier alles über Verwechslungsgefahren bei Wildpflanzen, insbesondere die 

#3 Holunder und Roten Holunder verwechseln (Traubenholunder)

Neben dem schwarzen Holunder (Sambucus nigra) findet man in Wäldern, Wildhecken und manchen Gärten auch seinen nahen Verwandten, den Roten Holunder (Sambucus racemosa). Der Rote Holunder wird auch Traubenholunder, Hirschholunder oder Bergholunder genannt.

Beide Pflanzen haben einen ähnlichen Wuchs und ähnliche Blätter. Ihre Beeren und Blüten kannst du mit den folgenden Tipps aber gut auseinanderhalten.

Ist Roter Holunder essbar oder giftig?

Der Rote Holunder ist ebenfalls essbar. Genau wie beim Schwarzen Holunder sind die Früchte aber nur gekocht als Gelee, Marmelade oder Saft genießbar.

Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Die schwarzen Holunderbeeren werden beim Kochen komplett ungiftig. Die roten Holunderbeeren müssen von ihren Samen getrennt werden (beispielsweise durch Entsaften), denn die Kerne enthalten auch nach dem Kochen noch Giftstoffe!

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Die Früchte können kaum verwechselt werden, wenn sie reif sind. Denn der Schwarze Holunder hat schwarze Beeren in tellerförmigen Fruchtständen, der Rote Holunder hat rote Beeren in traubenförmigen Fruchtständen.

Den Blüten des Roten Holunders sehen denen des Schwarzen Holunders ähnlich. Ihnen fehlt jedoch der typische süßliche, leicht zitronige Geschmack, den man von Holunderblütensirup kennt.

Sie schmecken etwas herber (manche sagen sogar: unangenehm) und werden nur selten verwendet. Giftig sind sie aber nicht.

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Eine Verwechslung kannst du bei den Blüten gut ausschließen, wenn du beim Holunder pflücken auf den Blütenstand achtest.

Der echte Holunder trägt tellerförmige, flache Blütenstände. Der Rote Holunder trägt seine Blüten in kugeligen Trauben (daher der Name Traubenholunder).

Fazit: Schwarzen Holunder mit Zwerg-Holunder oder Schierling verwechseln kann gefährlich werden!

Wie immer beim Sammeln von essbaren Wildpflanzen, essbaren Blüten oder essbaren Wurzeln gilt auch beim Holunder: Die Verwechslungsgefahr bei Pflanzen lässt sich minimieren, wenn du beim Pflücken aufmerksam auf die Merkmale und den Geruch der Gewächse achtest.

Die Verwechslungsgefahr der Blüten von Schierling und Schwarzem Holunder lässt sich gut und sicher ausschließen, wenn du dir die gesamte Pflanze ansiehst.

er giftige Zwerg-Holunder hat eine andere Wuchsform, sodass du hier auf der sicheren Seite bist, wenn du nur von großen, verholzten Holunderbüschen pflückst. So kannst du Holunder und Zwergholunder unterscheiden, Verwechslungen sehr gut ausschließen und deine selbstgemachten Lebensmittel mit Holunderblüten oder -beeren unbesorgt genießen.

Häufig gestellte Fragen zur Verwechslungsgefahr bei Holunder

Wann blüht Holunder?

Holunder blüht je nach Witterung von Mai bis Juli. Die beste Zeit, um die Blüten für Sirup oder zum Ausbacken zu pflücken, ist erfahrungsgemäß von Anfang Juni bis Anfang Juli.

Sobald die Blüten anfangen zu welken, verlieren sie an Geschmack. Erfahre hier alles zur Frage "Wann blüht Holunder?".

Woran erkennt man Holunderblüten?

Die essbaren Blüten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) stehen in großen, tellerförmigen Schirmrispen und haben einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern.

Die Rispen bestehen aus zahlreichen, winzigen, rahmweißen Blüten mit je fünf Blütenblättern. Unverkennbar ist auch der charakteristische, leicht zitronige Geruch.

Wie erkenne ich falschen Holunder?

Falscher Holunder (Zwerg-Holunder, Attich) ist in allen Teilen giftig. Im Gegensatz zum Schwarzen Holunder wächst er nicht als Strauch, sondern als Staude und bleibt unverholzt und unverzweigt.

Er wird selten über 1,5 Meter hoch und seine Beeren stehen aufrecht, während die essbaren Holunderbeeren des Schwarzen Holunders sich nach unten neigen.

Die Blüten des Zwergholunders bzw. Attichs sind zudem weiß-rosa und nicht cremeweiß gefärbt. So kannst du Holunder vom giftigen Attich gut unterscheiden. 

Wie hat dir unser Artikel zum Thema “Holunder: Verwechslung mit 2 giftigen Pflanzen vermeiden!” gefallen? Kennst du weitere Merkmale, um die Verwechslungsgefahr bei Holunder zu minimieren? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Quellenverzeichnis
Cover: Anastasiia Stiahailo via Canva.com
Abb. 1: Nadezhda Tonkova via Canva.com

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