9 Oktober

10 ganzheitliche Tipps, um Wechseljahr-Symptome zu lindern

Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine sehr schwierige Zeit. Neben den üblichen Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder Schlaflosigkeit ist es die Angst vor dem Älterwerden, nicht mehr attraktiv zu sein, den Maßstäben, die unsere Gesellschaft uns Frauen auferlegt, nicht mehr zu genügen. 

Was passiert da eigentlich mit dir und was kannst du tun, um gut durch diese Zeit zu kommen?

Im Alter zwischen 45 und 55 Jahren verändert sich unser Körper allmählich. Die Zeit der Fruchtbarkeit neigt sich dem Ende, der Zyklus wird unregelmäßiger und verabschiedet sich irgendwann komplett. An diese neue Situation müssen sich unsere Hormone erst gewöhnen. Sie werden weniger, aber unterschiedlich schnell. Das Progesteron z. B. sinkt am Anfang schneller als die Östrogene, das kann zu einer Östrogendominanz führen, das bedeutet, dass die Menge an Östrogenen im Vergleich zum Progesteron zu hoch ist. Es ist kein Gleichgewicht da und das kann z. B. zu Hitzewallungen oder Gewichtszunahme führen.  

So wie sich unser Körper und auch unser Verhalten in der Pubertät verändert, so ist es jetzt ähnlich. Wir stehen wieder vor einer Neuorientierung, vor der 2. Pubertät, sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger und seelischer Ebene.  

Die häufigsten Beschwerden bei Frauen im Zusammenhang mit dieser hormonellen Umbruchphase sind plötzliche Schweißausbrüche, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, ständiger Stimmungswechsel, Gewichtsprobleme, trockene Schleimhäute und auch Libidoverlust. 

Aber auch die Männer haben ihre Wechseljahre (auch Andropause genannt) mit z. B. Haarverlust, Prostataproblemen, Übergewicht, Herzkrankheiten oder auch Depressionen.

10 Tipps

Auch wenn die Begleiterscheinungen der hormonellen Umstellung völlig normal sind, kannst du einiges tun, um deine eigenen Hormone zu unterstützen, schneller wieder in eine Balance zu finden und damit die Beschwerden zu lindern 

1. Akzeptanz

Diese Zeit gibt dir auch eine Chance, dein Leben zu überdenken und vielleicht mal neue Wege zu gehen. 

2. Vermeide negativen Stress

Stress ist Gift für deinen Körper und die Hormone. Auch wenn du ihn nicht ganz umgehen kannst, nimm dir regelmäßig Auszeiten. Geh spazieren, lese ein Buch, meditiere oder unternimm etwas, das dir Spaß macht und dich ausgleicht.  

3. Ernähre dich gesund

Du merkst vielleicht, dass du manche Sachen nicht mehr so gut verträgst, dass deine Verdauung nicht mehr so gut funktioniert und du zunimmst. Dein Stoffwechsel verändert sich in dieser Zeit und spätestens jetzt ist es wichtig, mal etwas kritischer auf deine Ernährung zu schauen. Zucker, glutenhaltige, säurebildende oder laktosehaltige Lebensmittel, Fast Food - das alles kann deine Beschwerden verstärken. Du musst deshalb jetzt nicht auf alles verzichten, aber versuche, schädliche Nahrungsmittel zu reduzieren und mehr Gemüse, Obst und Ballaststoffe in deinen Alltag einzubauen. Wenn du z. B. auf Zucker nicht verzichten willst, dann versuch es mal mit Birkenzucker oder Dattelmus (lässt sich ganz einfach selbst herstellen). Stark glutenhaltiges Getreide wie Weizen kannst du z. B. durch Getreide mit weniger Gluten wie Dinkel oder Roggen ersetzen. Es gibt auch ganz tolle Rezepte für glutenfreies Brot. Und ein tolles Nahrungsmittel zur Unterstützung deiner Hormone sind Nüsse wie Walnüsse, Mandeln oder Cashewkerne. Milch kannst du super ersetzen durch Mandel- oder Hafermilch. Auch Wurst und Fleisch sollten seltener auf dem Speiseplan stehen und wenn, dann in einer guten Qualität.

4. Achte auf dein Trinkverhalten

Wir sind sehr oft übersäuert durch falsches Essen, Stress und fehlende Bewegung. Daher ist es so wichtig, viel zu trinken, um Gifte und Schlacken wieder loszuwerden. Stilles Wasser (achte auf gutes Wasser mit wenig Schadstoffen) und Kräutertees helfen deinem Körper bei der Entsäuerung. Fruchtsäfte enthalten zu viel Zucker, daher sind sie hier nicht sehr hilfreich. Vielleicht merkst du auch, dass du Alkohol und Kaffee nicht mehr so gut verträgst. Hör auf deinen Körper und versuche, diese Genussmittel einzuschränken.

5. Bewege dich!

gleicht vieles aus. Sie hilft dem Säure-Basen-Haushalt, hält den Darm auf Trab, stärkt Knochen und Gelenke und hilft dem Körper, Stress zu kompensieren. Du musst deshalb jetzt nicht zum Sportfreak werden. Es hilft schon ein regelmäßiger Spaziergang an der frischen Luft. Wenn du gerne mit anderen etwas machst, dann melde dich z. B. beim Yogakurs an oder geh tanzen.   

6. Sorge für ausreichend Schlaf!

Schlafmangel kann einen richtig fertig machen. Er ist leider ein häufiges Symptom der Wechseljahre. Achte mal darauf, wie dein Alltag so aussieht. Arbeitest du abends noch sehr lange am Computer? Schaust du zum Entspannen gerne fern? Das Blaulicht hemmt die Produktion unseres Schlafhormons Melatonin. Wenn wir also abends noch lange vor dem Fernseher sitzen, dann wird dem Organismus Tageslicht vorgegaukelt und wir schlafen schlecht ein. Hier helfen Blaulichtbrillen oder der Nachtmodus der Bildschirme. Besser ist natürlich, spätestens 2 Stunden vor dem Zubettgehen den Bildschirm auszuschalten. Auch schweres Essen spät am Abend lässt uns schlecht schlafen, ebenso wie Kaffee oder Alkohol. Ein Tipp: Kaffee am besten nicht mehr nach 15:00 Uhr trinken, weil es ein paar Stunden dauert, bis er wieder abgebaut ist. Pflanzliche Präparate wie Lavendel, Melisse oder Passionsfrucht können den Schlaf unterstützen, z. B. als Kissenspray oder auch zum Einnehmen. Vielen hilft auch Melatonin in Tropfen oder Kapselform, abends eingenommen. Wenn du nachts immer wieder wegen Hitzewallungen aufwachst, ist ein Basenfuß- oder Vollbad am Abend oder ein Leberwickel super. Damit unterstützt du die nächtliche Regeneration und Entgiftung deines Körpers. Das kann den Schlaf verbessern und die Schweißausbrüche lindern. 

7. Entgifte deine Leber

Eine wesentliche Rolle, gerade auch in den Wechseljahren, spielt die Leber. Sie ist unsere körpereigene Müllabfuhr, leistet immens viel und bleibt dabei lange unauffällig. Solange sie intakt ist, gleicht sie unsere kleinen Sünden ganz gut aus. Da wir ihr aber im Laufe unseres Lebens zu viel zumuten, ist sie oft am Limit. Während der Wechseljahre fällt zusätzlich noch die monatliche Entgiftung über unseren Zyklus weg. Die Leber hat dann noch mehr zu tun - der Körper sucht nach alternativen Wegen, sich der Giftstoffe zu entledigen und versucht es über die Haut. Kein Wunder, dass wir mehr schwitzen und vielleicht auch manchmal komisch riechen.  Unsere Leber sollte also unsere ganze Aufmerksamkeit bekommen. Du kannst sie sehr gut unterstützen mit Bitterstoffen. Mariendistel, Löwenzahn, Rucola, Chicoree und viele andere Kräuter und Pflanzen entlasten die Leber. Nimm diese Pflanzen oder Kräuter in deinen Speiseplan mit auf. Du kannst auch supplementieren, mit Tropfen oder Kapseln z. B. als Kombipräparate. Super sind ebenfalls Basenbäder und Leberwickel. Wenn die Leber ihre Aufgaben wieder erfüllen kann, dann hilft das deinem ganzen Organismus und beugt Wechseljahresbeschwerden vor. 

8. Reduziere negative Umwelteinflüsse  

Was unseren eigenen Hormonen auch richtig zu schaffen macht, sind Schadstoffe aus der Umwelt. Komplett vermeiden lassen sie sich nicht, aber wir können sie reduzieren, indem wir z. B. kein Fleisch aus Massentierhaltung essen, gutes Wasser aus Glasflaschen trinken, Naturkosmetik verwenden und möglichst unbelastete Kleidung tragen. 

9. Nutze Pflanzenheilkunde 

Mutter Natur schenkt uns viele Pflanzen, die unsere körpereigenen Hormone unterstützen. Sie enthalten Phytohormone, die unseren eigenen Hormonen sehr ähnlich sind und sie stärken können. Dazu gehören z. B. Rotklee oder Nachtkerzenöl, die östrogenwirksam sind oder Schafgarbe und Mönchspfeffer, die sich positiv auf das Progesteron auswirken. Ganz besonders effektiv ist die Yamswurzel, die auch die Grundsubstanz der bioidentischen Hormone ist. Du kannst die Pflanzen als Tees, Kapsel, Tropfen oder in Cremeform bekommen, oft auch als Kombipräparat. 

10. Lass deinen Hormonstatus bestimmen

Macht es Sinn, die weniger werdenden Hormone durch Ersatzteile, sprich fremde Hormone, zu ersetzen oder zu ergänzen? Bevor du irgendwelche Hormontherapien in Erwägung ziehst, ist der bessere Weg immer erst, die eigenen Hormone zu stärken. Die fünf Säulen Bewegung, Entspannung, Ernährung, sanfte Unterstützung durch Pflanzen, sowie Spaß und Leichtigkeit sind die Basis für körperliches, geistiges und seelisches Gleichgewicht. Manchmal reicht das aber nicht. Dann kannst du immer noch nach Ersatzteilen greifen. Hierzu mein Rat: Lass erst einmal deinen Hormonstatus bestimmen, am besten über einen Speicheltest. Wenn feststeht, welche Hormone unterstützt werden sollten, dann sind bioidentische Hormone die erste Wahl. Sie entsprechen am ehesten unseren eigenen Hormonen und haben nicht die Nebenwirkungen wie rein synthetische Hormone.   

Die Wechseljahre sind eine herausfordernde, manchmal belastende, aber auch spannende Zeit. Es liegt an dir, wie du ihnen begegnest. Sie können ganz viele neue Perspektiven bieten, du lernst deinen Körper vielleicht besser kennen und mehr auf dein Bauchgefühl zu vertrauen. Hadere nicht mit dem Älterwerden, sondern besinne dich auf deine Stärken. Nimm dir Zeit für dich und traue dich, auch mal etwas Neues auszuprobieren. Dann kann es zur schönsten Zeit in deinem Leben werden. 


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