17. Februar 2024

Räucherbündel selber machen: Anleitung zum Binden + Tipps

Das Räuchern mit Kräutern hat eine sehr lange, alte Tradition in vielen Kulturen, besonders in der germanischen. Geräuchert wurde zu Rauhnächten, zu der ein oder anderen Zeremonie oder zu Jahreskreisfesten. Und auch du kannst diese Rituale durchführen und dir dazu Räucherbündel selber machen

Die Gründe, warum noch heute geräuchert wird, sind sehr verschieden. Ob zum Schutz, zur Desinfektion oder Reinigung eines Raumes; zur Entspannung oder Meditation: Räuchern symbolisiert die Verbundenheit zur Natur und macht schlichtweg einfach Spaß! 

Und das Tolle: Du musst keine Kräuter oder Zutaten, wie beispielsweise die aus Südamerika stammenden Räucherstäbchen als Palo Santo oder weißem Salbei teuer per Übersee zur dir schiffen lassen, sondern kannst das verwenden, was du im Garten hegst und pflegst oder am Wegesrand findest.

Egal, ob du sie „Smudge Stick“, Räucherbündel oder Kräutersticks zum Räuchern nennst: Erfahre hier, wie einfach und günstig du Räucherbündel selber binden kannst!

Räucherbündel selber machen: Welche Kräuter sind geeignet? 

Räucherbündel selber machen

Hier stellen wir dir zunächst die Klassiker der Räucherung vor:

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#1 Salbei

Der frisch riechende Salbei ist eine der häufigsten Pflanzenarten, die für Kräuterbündel verwendet werden. Die Pflanze wirkt reinigend, klärt die Gedanken und stärkt die Konzentration.

Beliebt ist der Salbei für Hausräucherungen, wo ihm eine klärende Wirkung nachgesagt wird, die negative oder schwere Energien vertreiben soll.

#2 Lavendel

Lavendel steht für Ruhe und Gelassenheit, entspannt das Gemüt, stärkt die Nerven und fördert einen guten Schlaf. Sein aromatischer Duft eignet sich hervorragend für ein Räucherbündel!

#3 Schafgarbe

Schafgarbe ist ein sehr altes Naturheilmittel und wurde früher als Arzneimittel zur Wundheilung und für andere Verletzungen verwendet. Als Räucherpflanze steht sie für Mut, Entschlossenheit und die Kraft, Ängste zu überwinden. 

Hinweis: Beim Sammeln von Wildpflanzen solltest du immer sichergehen, dass du die richtigen Pflanzen sammelst. Hier erfährst du, welche Verwechslungen bei Schafgarbe möglich sind.  

#4 Beifuß

Beifuß wächst häufig an Wald-, Feld- oder Wegrändern und ist beim Räuchern als Schutzpflanze bekannt. Durch die erfrischende, bitter süßliche Räuchernote soll er beim Loslassen helfen und Übergänge in eine neue Lebensphase unterstützen. Dabei wirkt die Wildpflanze wärmend, stärkend und fördert einen gesunden Schlaf.

Erfahre hier mehr zum Beifuß räuchern. Achte auch bei Beifuß auf Verwechslungen!

#5 Rosmarin

Besonders wenn du Rosmarin bereits im Garten hast, solltest du ihn unbedingt einmal zum Räuchern ausprobieren!

Während Rosmarin früher eingesetzt wurde, um verstorbenen Seelen den Abschied zu erleichtern, soll der intensiv würzige Duft heute für Gelassenheit, Entspannung und eine gesteigerte Konzentration sorgen, zudem wird ihm eine reinigende Wirkung nachgesagt.

Erfahre hier mehr zum Rosmarin räuchern.

Natürlich kannst du noch viele weitere Kräuter oder Blüten zum Räuchern verwenden – eine größere Auswahl findest du etwas weiter unten im Artikel. 

Anleitung für den Klassiker: Ein Salbei Räucherbündel selber machen

Das Binden der Kräuterbündel erfordert ein wenig Geduld, doch du wirst staunen, wie schnell du mit ein bisschen Übung den Dreh raus hast! Egal, ob Räucher-Neuling oder Profi, die Herstellung eines eigenen Räuchersticks ist simpel und das Beste ist: Du benötigst nur ein paar Zutaten.

Du brauchst

Für 1 oder mehrere Kräutersticks: 

  • Naturkräuter oder -blüten nach Wahl 
  • 1 Rolle Naturgarn, z.B. Baumwolle oder Jute, reißfest
  • 1 Schere

Kräuterbüschel binden – So geht’s: 

  1. Überlege dir, welche Kräuter du für deine Räuchersticks verwenden möchtest und mache dich auf die Suche – das lässt sich übrigens wunderbar mit Waldbaden verbinden! Achte darauf, nur trockene Kräuter zu verwenden, die frei von Tauwasser oder Regen sind – so vermeidest du später Schimmelbildung. Tipp: Wenn du in der kalten Jahreszeit Schwierigkeiten hast, geeignete Kräuter oder Wildpflanzen im Freien zu finden, dann erfahre in diesem Artikel, dann erfahre hier, wie und wo du Essbare Wildkräuter Wildpflanzen im Winter finden kannst.
  2. Lasse die Kräuter für mehrere Stunden anwelken, denn so kann die Feuchtigkeit aus den Pflanzen entweichen und die Bündel können anschließend fester zusammengebunden werden. 
  3. Lege nun die Kräuter in kleine Bündel zu jeweils einem Blumenstrauß zusammen. Längere Stiele können mit einer Schere abgeschnitten oder beim Binden umgeknickt werden. 
  4. Binde nun mithilfe des Naturfadens die Kräuter spiralförmig von unten nach oben mehrmals zu einem Räucherstick zusammen. Achte darauf, die Kräuter fest zusammenzubinden, da sie beim Trocknen zusammenschrumpfen. Den Faden anschließend nicht abschneiden, sondern ca. 20 cm als Fadenende übrig lassen. 
  5. Den Stick einmal umdrehen und seitenverkehrt leicht schräg von oben nach unten zurückwickeln. Wenn du am Stängel angekommen bist, empfiehlt es sich, ihn mehrmals zu umwickeln, damit du einen Griff hast. 
  6. Jetzt den Faden abschneiden und mit dem anderen Fadenende verknoten, sodass eine Schlaufe entsteht. 
  7. Das Kräuterbündel an der Schlaufe kopfüber an einem schattigen, warmen Ort zum Trocknen aufhängen, bis sie komplett durchgetrocknet sind. Alternativ kannst du die Kräuter auf ein Backpapier legen – allerdings solltest du sie einmal am Tag wenden, damit sie gleichmäßig durchtrocknen. Der Trocknungs-Vorgang dauert je nach Dicke deines Bündels insgesamt 10-14 Tage. 
  8. Das Warten hat sich gelohnt – nach der Trockenphase kannst du mit dem Räuchern loslegen!

Räucherbündel selber machen

Wie räuchert man mit Kräuterbündeln?

Du hältst den Stick unten am Griff und zündest die Kräuterbündel ganz oben, am Kräuterende, an. Dann bläst du in die Glut, sodass nur der Rauch übrig bleibt.

Jetzt kannst du den Rauch in der Wohnung oder im ganzen Haus verteilen oder in eine feuerfeste Schale legen. Sobald du fertig mit dem Räuchern bist, kannst du die Stiele des angebrannten Kräuterendes in ein kleines Gefäß, z.B. ein Schälchen geben, die mit Sand oder kleinen Steinen gefüllt ist. So kann die Glut in Ruhe komplett verglühen. Beim nächsten Räucherritual kannst du das Bündel einfach wieder anzünden. 

Häufig gestellte Fragen zum Räucherbündel selbst machen aus Pflanzen

Alle wichtigen Fragen rund ums Thema Räucherbündel selber machen findest du hier zusammengefasst.

Welche Pflanzen für Räucherbündel?

Neben den Klassikern Salbei oder Rosmarin gibt es noch mehr Pflanzen und Kräuter, die du für ein selbstgemachtes Räucherbündel verwenden kannst, das sind: 

  • Johanniskraut

  • Eisenkraut

  • Thymian

  • Wacholder

  • Wermut

  • Zeder

  • Zypresse

  • Königskerze

  • Eberraute

  • Rosenblüten 

  • Kiefernnadeln

  • Dost

  • Mädesüß

  • Malve

  • Goldrute

  • Melisse

Welchen Faden für Räucherbündel?

Verwende für das Binden deines Räucherbündels einen Faden aus Naturfasern, z. B. aus Jute oder Baumwolle, so können während des Räucherns keine giftigen Dämpfe entstehen – und gut für die Umwelt ist es auch.

Plastik- oder Nylonfäden können zudem schmelzen und auf den Boden tropfen! 

Wie kann man noch Kräuter räuchern?

Neben dem Herstellen selbstgemachter Räucherbündel oder Kräutersticks gibt es weitere Möglichkeiten, um wilde Kräuter zu räuchern. Darunter fallen beispielsweise:

  • Räuchern mit Kohle: Auf ein angezündetes, glühendes Stück Kohle wird 1/2 bis 1 Teelöffel Kräuter gegeben – dabei sollten die Kräuter allerdings nicht (ver)brennen. Eine genaue Anleitung zum Räuchern mit Kohle findest du hier (Artikel: Räuchern mit Kohle).

  • Räuchern mit Stövchen: Dabei wird das Kerzenlicht unter dem Stövchen angezündet und in das Sieb 1/2 bis 1 Teelöffel Kräuter gegeben. Nach ca. 5 Minuten kann die Kerze gelöscht werden, sodass nur die Kräuter nach glimmen. 

Tipp: Wenn du erfahren möchtest, wie du ein Räucherstövchen selber machen kannst, dann erfahre das in diesem Artikel!

Wie kann ich ein Lavendel Räucherbündel selber machen? 

  • Ernte frische Lavendelzweige und lege sie zu einem Strauß zusammen.

  • Binde nun den Naturfaden in zwei bis drei Schlaufen um den Lavendelstrauß und ziehe einen festen Knoten, um die Schlaufe zu fixieren – so kannst du das Bündel später zum Trocknen aufhängen.

  • Hänge nun deinen Lavendelstick für 10-14 Tage zum Trocknen auf. 

  • Anschließend kann losgeräuchert werden: Das trockene Lavendelbündel oben anzünden, auspusten und den Kräuterrauch im Wohnungsraum verteilen. 

  • Nach getaner Arbeit das Bündel in eine Schale mit Sand oder kleinen Steinen geben, um die Glut auszulöschen. 

Wie waren deine Erfahrungen zum Thema Räucherbündel selber machen und welche Kräuter hast du verwendet? Lass es die Community wissen und hinterlasse uns einen Kommentar!

QuellenverzeichnisCover: senteliaolga via Canva.comAbb. 1: shutterbug68 via Depositphotos.comAbb. 2: VadimVasenin via Depositphotos.com


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