18. September 2023

Berberitze: Verwechslung mit welchen Doppelgängern möglich?

Die Berberitze liefert säuerliche Beeren, die du vielfältig in der Küche und für deine Gesundheit einsetzen kannst. Wir klären, wie du beim Sammeln der Berberitze Verwechslungen mit ähnlich aussehenden, essbaren Wildpflanzen wie der Mahonie oder Goji-Beere verhindern kannst. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du die essbare Berberitze von anderen, giftigen Berberitzen-Arten unterscheiden kannst.

Wie erkenne ich die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris)? Wuchsform & Blüte

Die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) gehört zur Pflanzenfamilie der Berberidaceae. Sie wird aufgrund ihrer Dornen und ihrer sauer schmeckenden Früchte auch als Sauerdorn oder als Essigbeere bezeichnet. Typische Standorte sind Waldränder oder Hecken, meist im Halbschatten. Die Berberitze wird ein bis zu 2,5 Meter hoher Strauch und besitzt im Alter überhängende Zweige.


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Verwechslungsgefahr vermeiden!

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Ihr besonders Kennzeichen sind die in Gruppen zusammenstehenden Dornen. Sehr häufig sind es drei Dornen, möglich sind eine bis sieben Dornen. Aus den Achseln dieser Dornen entspringen die Laubblätter. Die Blätter sind rundlich bis tropfenförmig, bis zu sieben Zentimeter lang, mit kurzem Stiel und fein gezähnter Außenseite.

Von Mai bis Juni bildet die Berberitze zahlreiche kleine, gelbe Blüten in traubigen Blütenständen. Ab August reifen dann die länglichen, bis zu 1 cm langen, leuchtend roten Beeren. Sie fallen nicht ab, sondern bleiben bis zum Winter an der Pflanze, was sie zu einem beliebten Winterfutter für Wildvögel macht.

Berberitze Früchte

Berberitze: Verwechslung mit der Mahonie

Die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) wird hierzulande häufig als Zierpflanze genutzt. Sie ist mit der Berberitze nah verwandt. Kein Wunder also, dass die Sträucher sich ähnlich sehen.

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Die Beeren der Mahonie sind essbar und werden gern zu Marmelade und Gelees verarbeitet, sodass eine Verwechslung mit der Berberitze nicht dramatisch wäre.

Berberitze und Mahonie kannst du anhand dieser drei Merkmale unterscheiden:

  • Die Mahonie ist immergrün, während die Berberitze im Herbst eine auffällige, gelbe bis rote Laubfärbung bekommt und zum Winter hin die Blätter verliert.
  • Die Mahonie hat keine Dornen, dafür aber stachelige Blätter.
  • Die Mahonie hat blaue, rundliche, oft weiß bereifte Beeren, währen die Berberitze glänzend-rote, längliche Früchte hat.

Hinweis: Blaue Beeren besitzt auch die Schlehe. Entdecke hier die Risiken einer Verwechslung: Schlehen Verwechslungsgefahr 

Berberitze: Verwechslung mit Bocksdorn (Goji-Beere)

Die Früchte der Berberitze sehen Goji-Beeren sehr ähnlich. Der Geschmack der Berberitzen ist deutlich saurer, aber auch die Goji-Beere hat einen eher säuerlich-herben Geschmack.

Es handelt sich allerdings um zwei ganz unterschiedliche Pflanzen. Die Goji-Beere (Lycium barbarum) wird auch Gemeiner Bocksdorn genannt. Unterscheiden kann man sie von der Berberitze sehr einfach in der Blütezeit, denn der Bocksdorn hat einzeln stehende, rote bis violette, beim Abblühen bräunlich werdende Blüten.

Die Goji-Beere besitzt zudem nur wenige einzelne, schlanke Dornen. Auch die Blätter lassen sich gut unterscheiden, denn die Blattränder sind beim Bocksdorn immer glatt. Die Blattform kann länglich sein, ist aber bisweilen auch umgekehrt-eiförmig und kann dann den Berberitzenblättern ähneln.

Berberitze verwechseln mit anderen Berberitzen-Arten

Während Mahonie und Goji-Beere essbare Früchte haben, solltest du bei anderen Arten der Gattung Berberis genau hinschauen. Denn die Früchte aller anderen Berberitzen sind ungenießbar oder giftig. Wie bei allen essbaren Wildpflanzen gilt also, dass du die Art sicher bestimmen solltest, um eine Verwechslungsgefahr bei Pflanzen auszuschließen.

Hier findest du weitere Informationen zu vielen Pflanzen und ihren Verwechslungsgefahren: 

  • Grün&Gesund Praxistipp

Berberitzen-Früchte solltest du nur sammeln, wenn du ganz sicher bist, dass es sich um die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) handelt.

Häufig findet man hierzulande Thunbergs Berberitze (Berberis thunbergii) als Zier- oder Heckenpflanze. Diese gibt es als rotlaubige Form (Berberis thunbergii 'Atropurpurea', Blutberberitze), aber auch mit grünem Laub.

  • Grün&Gesund Praxistipp

Die Beeren der Berberitze Thunbergii solltest du auf keinen Fall verzehren, denn sie können Vergiftungssymptome, Erbrechen oder Durchfall auslösen. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind folgende: Die Blätter sind deutlich kleiner (oft nur rund 2 cm lang) und ganzrandig. Die Früchte stehen nicht in Trauben, sondern hängen in kleinen Gruppen von zwei bis vier Beeren zusammen und haben helles Fruchtfleisch.

Ist die Frucht der Berberitze giftig oder essbar?

Die Gewöhnliche Berberitze ist in allen Pflanzenteilen außer der Frucht giftig, da sie die Alkaloide Berberin und Berbamin enthält. Die Früchte  enthalten keine giftigen Alkaloide, sondern gehören zu den essbaren Wildpflanzen.

Allerdings sind Berberitzenfrüchte sehr sauer, was du bei der Verwendung berücksichtigen solltest. Du kannst die Frucht der Berberitze roh essen oder getrocknet in Müsli oder selber gemachten Porridge zugeben. In arabischen Gerichten, vor allem in Reisgerichten, gehören getrocknete Berberitzen zu den beliebten, traditionellen Zutaten.

getrocknete Berberitze Beeren

Auch für Marmelade und Gelee kannst du die Früchte verwenden. Zudem werden die Berberitzenfrüchte traditionell auch als Heilmittel genutzt (mehr dazu unten).

Darf man die Samen der Berberitzen-Früchte mitessen?

Man liest manchmal, dass die Samen in der Berberitzen-Frucht nicht mitgegessen werden sollten. Allerdings werden Berberitzen-Früchte seit jeher getrocknet mitsamt Kern als Heilmittel und als säuerliche Zutat zum Essen verwendet.

Viele Wildpflanzen-Experten berichten, dass die Kerne in den üblichen, verzehrten Mengen völlig unproblematisch sind und deshalb als ungiftig angesehen werden können.

Tipp: So kommen die wertvollen Inhaltsstoffe der Berberitze deiner Gesundheit zugute

In der Volksheilkunde werden Wurzel, Rinde oder Wurzelrinde der Berberitze traditionell als Heilmittel gegen Leberfunktionsstörungen, Verdauungsprobleme und Gallenleiden eingesetzt.

Wegen der Giftigkeit ist hier jedoch in der Selbstmedikation Vorsicht geboten, während du die essbaren Früchte der Berberitze gefahrlos für deine Gesundheit nutzen kannst und kein Risiko einer Vergiftung eingehst.

Die Früchte der Berberitze sind reich an Vitamin C. Außerdem enthalten sie wertvolle Antioxidantien, beispielsweise Polyphenole.1 Dadurch eignen sie sich ideal als Mittel, um einem Vitaminmangel vorzubeugen und das Immunsystem zu unterstützen.

Im Iran werden die Berberitzen-Beeren traditionell als beruhigendes und herzstärkendes Mittel verwendet.2

Laborversuche lassen vermuten, dass Berberis-vulgaris-Früchte auch die Leber schützen könnten.3 Darum kannst du die Früchte auch gut in eine Leberkur integrieren.

Häufig gestellte Fragen zum Thema "Berberitzen: Verwechslung mit Doppelgängern"

Welche Berberitzen sind essbar?

Essbar sind nur die Früchte der Gewöhnlichen Berberitze. Die Früchte anderer Berberitzen-Arten eignen sich nicht zum Verzehr, weil sie giftige Inhaltsstoffe enthalten.

Kann man die Früchte der Berberitze roh essen?

Die Frucht der Berberitze kann man auch roh essen. Allerdings sind die Früchte sehr sauer, was der Berberitze auch den Namen Sauerdorn oder Essigbeere eingebracht hat.

Welche Teile der Berberitze kann man essen?

Nur die Früchte der Berberitze sind essbar. Alle anderen Pflanzenteile der Berberitze gelten als giftig, da sie das Alkaloid Berberin enthalten.

Quellenverzeichnis
Cover: Irina via Canva.com
Abb. 1: Anton Yakob via Canva.com
Abb. 2: pixelshot via Canva.com
1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28656092/
2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15993555/
3.  https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28656090/


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